Schmerzen – wie sie entstehen

Schmerzen warnen vor Gefahren

Alarmsignal bei Krankheit und Verletzung. Akute Schmerzen erfüllen eine wichtige Schutzfunktion: Wenn die Gelenke aufgrund einer Arthrose oder Arthritis weh tun, weist uns das auf die Erkrankung hin. Und wenn wir mit dem Fuß umknicken, signalisiert der Schmerz die Verstauchung, Zerrung oder Bänderdehnung. So erzwingt der Körper eine Pause und vorübergehende Schonung, um weiteren Schaden abzuwenden.

Ziehend, stechend, drückend. Das Schmerzsignal geht von speziellen Nervenzellen aus, den Rezeptoren. Sie reagieren auf bestimmte Reize – etwa auf Verletzungen oder Entzündungen, in der Haut auch auf Hitze oder Druck. Die Rezeptoren senden ihre Schmerzimpulse zunächst zu einer zentralen Schaltstelle im Rückenmark. Hier wird das Signal auf andere Nervenfasern übertragen, die ins Gehirn führen. Dort nehmen wir dann den Schmerz als solchen wahr und bewerten ihn ganz individuell: als stark oder weniger schlimm, als ziehend, stechend, pochend, brennend, drückend, beißend oder reißend.

Botenstoffe übermitteln die Nachricht. Auf dem Weg von den Rezeptoren ins Gehirn spielen bestimmte Botenstoffe bei der Reizleitung eine entscheidende Rolle – sie können das Schmerzempfinden sowohl mindern als auch verstärken. Zu den wichtigen Botenstoffen zählen die so genannten Prostaglandine: Sie sind auch am Aufflammen von Entzündungen maßgeblich beteiligt. Viele rezeptfrei erhältliche Schmerzwirkstoffe (wie zum Beispiel Ibuprofen) hemmen die Produktion von Prostaglandinen. Sie unterbinden so nicht nur die Reizübertragung in Richtung Gehirn, sie bekämpfen auch den Schmerz auslösenden Entzündungsprozess.

Schmerz ist subjektiv. Jeder Mensch empfindet Schmerzen anders. Die individuelle Reaktion wird nicht nur von der körperlichen und seelischen Verfassung beeinflusst, sondern auch vom Geschlecht: Frauen nehmen Schmerzen intensiver und differenzierter wahr als Männer – hier spielen vor allem die Hormone eine Rolle. Die Schmerzempfindlichkeit hängt auch von der Tageszeit ab. Studien zeigten, dass der Mensch in der Nacht und am Morgen besonders sensibel auf Schmerzsignale reagiert. Experten raten deshalb dazu, beispielsweise den Zahnarzt möglichst mittags oder am frühen Nachmittag aufzusuchen.